GSB 7.0 Standardlösung

Pflegepersonen und die soziale Sicherung

Für viele Menschen ist es eine Selbstverständlichkeit, Familienangehörigen oder anderen nahe stehenden Personen, die Hilfe benötigen, ihre Pflege kostenfrei zukommen zu lassen.

Im äußersten Fall kommt es vor, dass sie hierfür beruflich zurückstecken oder sogar den Beruf gar nicht mehr ausüben.

In solchen Fällen können diese Pflegepersonen für ihren besonderen Einsatz unter bestimmten Voraussetzungen Beiträge zur Rentenversicherung – und zwar durch die Versicherung der pflegebedürftigen Person – gezahlt bekommen. Voraussetzungen hierfür sind:

  1. Die pflegebedürftige Person muss Anspruch auf Leistungen aus der privaten oder gesetzlichen Pflegepflichtversicherung haben
  2. Die pflegebedürftige Person muss mindestens Pflegegrad 2 haben
  3. Die Pflegeperson kümmert sich nicht erwerbsmäßig, sondern ehrenamtlich mindestens zehn Stunden wöchentlich, verteilt auf regelmäßig mindestens zwei Tage in der Woche, um die pflegebedürftige Person in ihrer häuslichen Umgebung (Mindestpflegeumfang)
  4. Die Pflegeperson darf wöchentlich höchsten 30 Stunden beruflich tätig sein. Ferner darf sie noch keine Renten nach Erreichen der Regelaltersgrenze bzw. Beamte dürfen keine Pension beziehen. Ausnahmen werden bei einer Pension wegen Dienstunfähigkeit oder aufgrund Sonderregelungen gemacht.
  5. Der Mindestpflegeumfang bzw. die Mindestanzahl an Pflegetagen kann auch durch die Pflege mehrerer Pflegebedürftiger erreicht werden („Additionspflege“)
  6. Sofern der Mindestpflegeumfang bereits durch die Pflege eines Pflegebedürftigen erreicht wird, erstreckt sich die Versicherungspflicht auch auf daneben in geringerem Umfang ausgeübte Pflegetätigkeiten, sofern sie die weiteren Voraussetzungen für die Versicherungspflicht erfüllen
  7. Unter bestimmten Voraussetzungen besteht Versicherungspflicht in der Arbeitslosenversicherung
  8. Für Pflegepersonen greift unter bestimmten Voraussetzungen auch eine Unfallversicherung.


Den Antrag auf Leistungen aus der Pflegeversicherung muss die pflegebedürftige Person bei der für ihn zuständigen Pflegekasse stellen. Diese ist, wie auch bei der KVB, immer an ihrer jeweiligen Krankenkasse angegliedert. Sollte die pflegebedürftige Person hierzu nicht in der Lage sein, kann sie hierfür jemanden schriftlich bevollmächtigen.