GSB 7.0 Standardlösung

Informationen für ehrenamtliche Pflegepersonen

Die Pflege eines nahe stehenden Menschen ist eine schöne und anspruchsvolle Aufgabe, die Anerkennung verdient.

„Ehrenamtliche Pflege“ bedeutet, dass die Pflegenden kein Arbeitsentgelt für ihren Einsatz erhalten. Das Pflegegeld, das der oder die Pflegebedürftige ihnen als Anerkennung geben kann, gilt nicht als Arbeitsentgelt. Deshalb sieht das Pflegeversicherungsgesetz die „soziale Sicherung der Pflegepersonen“ vor.

Rentenversicherung für Pflegepersonen

Seit dem 1. Januar 2017 können Rentenversicherungsbeiträge für Pflegepersonen gezahlt werden, die

- eine oder mehrere pflegebedürftige Personen mit mindestens Pflegegrad 2
- wenigstens zehn Stunden wöchentlich,
- verteilt auf regelmäßig mindestens zwei Tage in der Woche,
- in ihrer häuslichen Umgebung
- nicht erwerbsmäßig

pflegen.

Ob dies der Fall ist - insbesondere wenn eine pflegebedürftige Person von mehreren Pflegepersonen gepflegt wird -, ermittelt der Medizinische Dienst der privaten Pflegepflichtversicherung.


WICHTIG       
Bei der Begutachtung sollten möglichst alle Pflegepersonen anwesend sein!

WARUM        
Die Höhe evtl. zu zahlender Rentenversicherungsbeiträge für ehrenamtliche Pflegepersonen richtet sich nach dem Anteil der jeweiligen Pflegeperson am Gesamtpflegeaufwand. Bei nicht übereinstimmenden oder fehlenden Angaben der Pflegepersonen erfolgt die Aufteilung des Pflegeaufwandes zu gleichen Teilen (§ 44 Abs. 1 Satz 5 SGB XI)!

Arbeitslosenversicherung für Pflegepersonen

Pflegepersonen, die wegen der Pflege ihre Arbeit aufgeben, können ab 2017 auch in der Arbeitslosenversicherung versichert werden, wenn
- unmittelbar vor der Pflegetätigkeit Versicherungspflicht in der Arbeitslosenversicherung bestand oder
- die Pflegeperson eine Leistung nach dem SGB III, wie zum Beispiel Arbeitslosengeld, bezogen hat.

Zusätzliche Erwerbstätigkeit

Auch für Pflegepersonen, die neben der Pflegetätigkeit noch eine Erwerbstätigkeit ausüben, können Rentenversicherungsbeiträge durch die private Pflegepflichtversicherung entrichtet werden, wenn sie neben der Pflegetätigkeit nicht mehr als 30 Stunden in der Woche beschäftigt oder selbständig tätig sind.

Bei der Feststellung der wöchentlichen Stundenzahl ist auch die für die Tätigkeit notwendige Vor- und Nacharbeit zu berücksichtigen (insbesondere bei Lehrkräften).

In der Arbeitslosenversicherung schließt jede Beschäftigung, in der Arbeitslosenversicherungspflicht besteht, die Versicherungspflicht als Pflegeperson aus.