GSB 7.0 Standardlösung

War das ein Unfall?

Was hat ein KVB-Mitglied bzw. dessen mitversicherter Angehöriger bei einem Unfall zu beachten?

Unfälle geschehen. Ob selbst verschuldet oder durch einen Dritten verursacht. Bisweilen ist nicht sofort zu erkennen, ob jemand ganz anderes für den erlittenen Schaden aufkommen muss.

Ihre KVB erstattet Ihnen die entstehenden Kosten nach den geltenden Tarifbestimmungen. Informieren Sie jedoch auch in Zweifelfällen die KVB über Ihren Unfall, sei er in Ihren Augen auch noch so gering. Tragen Sie mit der Vorlage eines Unfallfragebogens dazu bei, dass sich die Regress-Fachleute der KVB mit der Haftungsfrage auseinandersetzen können. Nur so besteht die Möglichkeit, einen möglichen Dritten als Schädiger auszumachen und diesen zur Erstattung der Kosten zu veranlassen.

Stellen Sie sich folgende Situationen vor:

Sie befinden sich mit Ihrem Pkw auf einer innerörtlichen Straße. An einer Kreuzung wechselt die Ampel für Sie auf grün und Sie fahren los. Mitten auf der Kreuzung kommt von links ein Fahrzeug in hohem Tempo, dessen Fahrer offensichtlich die Ampel nicht beachtet hat. Es kommt zu einem Zusammenstoß beider Fahrzeuge und Sie werden in Ihrem Pkw verletzt. Folge für Sie ist unter anderem ein langer Krankenhausaufenthalt und eine anschließende Anschlussheilbehandlung.

Sie sind unterwegs zum Einkaufen. Plötzlich stürzen Sie infolge einer Unebenheit auf dem Gehweg und ziehen sich eine Handgelenksfraktur zu. Aufgrund dieser Verletzung müssen Sie sich in ärztliche Behandlung begeben und sind mehrere Wochen nicht in der Lage, Ihrer Arbeit nachzugehen.

Frühjahrsputz ist angesagt. Sie nehmen Ihre Vorhänge ab und stürzen unglücklich von der Leiter. „Glücklicherweise“ haben Sie sich nur ein paar Prellungen zugezogen. Um einen Arztbesuch kommen Sie jedoch nicht herum. Auch ein Physiotherapeut muss sich um die lange anhaltenden Schmerzen kümmern.

Drei völlig unterschiedliche Situationen, die uns täglich begegnen können.

Im erstgenannten Fall geht sicher jeder von einem Unfall im klassischen Sinn aus. Man macht sofort einen vermeintlich Schuldigen aus, der Unfall wird von der Polizei aufgenommen.

Aber sind dies denn nicht alles Unfälle? Oder denken Sie, zumindest in zwei Fällen, dass Sie ganz einfach nur ungeschickt gehandelt oder nicht aufgepasst haben?

Was versteht man unter einem Unfall?

Unter einem Unfall ist jedes zeitlich begrenzte, von außen auf den Körper plötzlich einwirkende Ereignis, das zu einem Gesundheitsschaden oder zum Tod führt, zu verstehen.

Dieses Ereignis kann zum Beispiel eine Schnittverletzung in der Küche, ein Umknicken auf der Straße oder in der Wohnung, eine Verletzung durch einen Sturz in Pflegeheimen oder bei der Behandlung durch den ambulanten Pflegedienst, ein Sturz wegen Schneeglätte oder unebenem Wegebelag, ein Sportunfall, eine Tätlichkeit, Vergiftungen, Medizinschäden oder ein Unfall im Straßenverkehr ob mit einem Kfz, per Fahrrad oder als Fußgänger sein.

Der Deutsche Versicherungsverband spricht auch von einem Unfall, wenn durch eine erhöhte Kraftanstrengung an Gliedmaßen oder Wirbelsäule ein Gelenk verrenkt wird oder Muskeln, Sehnen, Bänder oder Kapseln gezerrt oder zerrissen werden.

Alles Wissenswerte zu Unfällen und Verletzungen enthält auch das KVB-Informationsblatt „Informationen zu Unfällen und Verletzungen“.

Was ist für das KVB-Mitglied nach einem Unfall zu beachten?

Unfälle und Verletzungen jeder Art müssen ohne Rücksicht darauf, ob nach Ihrer Meinung fremdes oder eigenes Verschulden vorliegt, unverzüglich unter Vorlage des Unfallfragebogens der zuständigen KVB-Bezirksleitung gemeldet werden. Wird diese Meldung unterlassen, können Leistungen ganz oder teilweise versagt werden.

Unterrichten Sie die KVB-Regressgruppen bei ihrer Bezirksleitung zeitnah, das heißt so bald wie möglich, von dem Unfall. Füllen Sie hierzu den Unfallfragebogen, der alle wichtigen Angaben zum Unfallgeschehen enthält, vollständig aus. Auch eine telefonische Unterrichtung der Regressgruppe ist möglich.

Die Regressgruppen prüfen dann, ob eine Haftung eines Dritten vorliegt. Ist dies der Fall, werden die von der KVB übernommenen Heilbehandlungskosten mit dem Unfallverursacher bzw. dessen Versicherung abgerechnet. Gerade dieses Erkennen und Feststellen eines Dritten, der für den Unfall haftbar zu machen ist, muss in jedem Fall den Fachleuten im Regress vorbehalten werden.

Auch die zeitnahe Meldung eines Unfalles ist für die KVB wichtig, weil z. B. Unfallzeugen befragt werden müssen. Wird der Schadensfall erst zu einem späteren Zeitpunkt gemeldet, können wichtige Informationen für die Regressbearbeitung verloren gehen. Zudem kann es auch zu einer Verjährung der berechtigten Ansprüche kommen.

Nur durch die Beachtung dieser Regeln versetzen Sie Ihre KVB in die Lage, bei einem möglichen Schadensverursacher einen so genannten Schadensersatzanspruch zu begründen. Die Arbeit der Regressgruppen ist erfolgreich. Jedes Jahr werden auf diesem Weg fast 9 Millionen Euro für KVB und BEV, letztlich also auch für Sie von den Schädigern zurückerstattet.

Daher bedankt sich die KVB bei allen Mitgliedern für Ihre Aufmerksamkeit und Ihre Mithilfe, ohne die eine erfolgreiche Bearbeitung von Unfallangelegenheiten nicht möglich wäre.

Für Rückfragen stehen Ihnen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Regressgruppen bei folgenden Regionalzentren gerne zur Verfügung:

Regionalzentrum Süd (0721) 8243-450
Regionalzentrum Nord (0251) 6271-450 oder (0202) 4966-450

oder stellen Sie Ihre Frage zum Thema Regress über unser Kontaktformular.