GSB 7.0 Standardlösung

Schutz vor Zecken

Nur Vorsorge schützt vor FSME

Nicht nur die im Volksmund verbreitete Bezeichnung „Zeckenschutzimpfung“, sondern auch der im Namen selbst vorhandene Teil „Frühsommer“ sind bei der FSME-Impfung im Grunde genommen missverständlich, wenn nicht gar falsch. Denn einerseits schützt diese nicht vor dem Biss einer Zecke an sich, sondern vor der Frühsommer-Meningoenzephalitis, und der Namensbestandteil „Frühsommer“ wiederum ist irreführend, da Zecken nicht nur in dieser Jahreszeit auf Wirtssuche sind. Tatsächlich sind sie, sofern die Temperaturen entsprechend mild sind, das ganze Jahr über aktiv.

Doch gleichgültig wie ihre tatsächliche Bezeichnung lautet und wie man sie benennt, ist diese Impfung eine besonders wichtige. Denn gegen diese Viruserkrankung gibt es noch keine Therapie, somit ist die Immunisierung der einzige Schutz davor. Zwar kann man sich mit der Statistik ein wenig in Sicherheit wiegen, da nicht alle Betroffenen, die sich mit dem Virus infizieren, tatsächlich daran erkranken bzw. keine schweren Krankheitserscheinungen haben. Andererseits sind aber die Auswirkungen, falls man doch daran erkrankt, derart gravierend, dass die Impfung als dringend empfehlenswert einzustufen ist. Schließlich droht schlimmstenfalls eine Hirnhaut- oder gar eine Hirnentzündung und das kann dazu führen, dass die oder der Infizierte schwerwiegende bleibende Schäden zurückbehält. Dann aber bleibt nur noch die Symptombehandlung. Die Aufwendungen für die Impfung werden von der KVB tarifgemäß bezuschusst.

Vorsicht hilft bei Borrelien

Damit ist aber die Infektionsgefahr, die von Zecken ausgeht, nicht abgedeckt. Weit häufiger als das FSME-Virus werden durch diese Spinnenart, die sich vorzugsweise in Gräsern und niedrigen Büschen aufhält, Borrelien übertragen. Gegen sie gibt es jedoch keine Impfung. Zwar kann die Borreliose im Gegensatz zur FSME mit Antibiotika therapiert werden, doch deswegen ist sie nicht minder gefährlich. Denn auch die Borreliose kann bleibende Schäden hinterlassen und zu schweren neurologischen Ausfällen führen. Eine entsprechende Behandlung sollte daher so früh wie möglich beginnen.

Auch Achtsamkeit ist Prophylaxe

Um sich so gut wie möglich gegen Zeckenbisse und eine von ihnen ausgehende Krankheitsübertragung zu schützen, helfen am ehesten Vorsorge und Aufmerksamkeit. Und das nicht nur in Form der FSME-Impfung, sondern auch mit der Kleidung, den Augen und dem Tastsinn. Denn selbst wenn Zecken klein sind, so ist es durchaus spürbar, wenn sie über die Haut wandern und es irgendwo juckt.

Ratsam ist es auch, bei Unternehmungen durch das hohe Gras oder entlang vieler niedriger Büsche, lange Hosen sowie Wanderschuhe zu tragen. Und am Abend nach einer solchen Exkursion sollte man sich selbst darüber hinaus am besten sorgfältig absuchen (lassen), denn Zecken wandern, um sich in Ruhe zu laben. Gelegenheit hierzu finden sie im Grunde am ganzen Körper, doch man sollte auch auf die Achseln, die Leistengegend und den Po achten.

Falls man tatsächlich einen solchen Schmarotzer an sich entdeckt, ist nicht gleich das Schlimmste anzunehmen. Doch wenn sich rund um die Biss-Stelle innerhalb von zwei bis vier Wochen ein roter „Hof“ gebildet hat, ist ein rascher Arztbesuch zu empfehlen. Per Blutuntersuchung lässt sich dann in kurzer Zeit feststellen, ob eine Übertragung von Borrelien stattgefunden hat, und eine entsprechende Behandlung kann umgehend in Angriff genommen werden.