GSB 7.0 Standardlösung

Regress spürt jährlich Millionen Euro auf

Etwa 11.000 Schadensfälle aus dem gesamten Bundesgebiet bearbeiteten die Regressgruppen SÜD, MITTE und WEST sowie die Zentrale Regressgruppe bei der KVB-Hauptverwaltung im Jahre 2017.

Sie bescherten mit ihrer Arbeit der KVB und dem BEV Einnahmen in Höhe von über 9 Millionen Euro. Folgende Fragen und die Antworten der Mitarbeiter der Zentralen Regressgruppe in Frankfurt am Main geben Auskunft und Einblicke in das Alltagsgeschäft des Fachbereichs Regress bei KVB und BEV.

Was und wer verbirgt sich hinter dem Fachbereich Regress?

Regress bedeutet „Rückgriff“. Die KVB und das BEV nehmen haftpflichtige Schädiger oder deren Versicherungen für Leistungen, die sie für ihre Beschäftigten oder für ihre Mitglieder erbracht haben, in „Regress“. Für die KVB und das BEV sind etwa 25 Frauen und Männer in den Bezirksleitungen der KVB auf diesem Gebiet tätig. Die Zentrale Regressgruppe bei der KVB-HV ist personell mit einer Mitarbeiterin und einem Mitarbeiter besetzt.

Wie verhält es sich mit der Rechtsgrundlage?

Im bürgerlichen Recht gilt der Grundsatz, dass derjenige, der einem anderen einen Schaden zufügt, diesem Schadensersatz leisten muss. Der Gesetzgeber hat vorgesehen, dass Schadensersatzansprüche auf denjenigen übergehen, der Leistungen erbringt, die dazu dienen sollen, den Schaden auszugleichen. Die KVB betrifft dies z. B. in Bezug auf Heilbehandlungskosten, das BEV zum Beispiel in Bezug auf Gehaltsfortzahlung im Krankheitsfall oder Ruhegehaltszahlungen.

Was ist im Krankheitsfall zu tun?

Mitglieder der KVB sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BEV sind verpflichtet, im Krankheitsfall den Leistungsträger darauf hinzuweisen, dass die Erkrankung möglicherweise „unter Beteiligung eines Dritten“ verursacht wurde. Dies geschieht in der Regel mithilfe eines Unfallfragebogens. Ansonsten werden sie aufgefordert, einen Unfallfragebogen auszufüllen, wenn aufgrund der Diagnose ein Zusammenhang mit einem Unfall vermutet wird.

Was ist beim Ausfüllen des Unfallfragebogens zu beachten?

Oft erhalten wir Fragebögen unvollständig oder gar nicht zurück. Vielfach dann, wenn die Betroffenen glauben, selbst den Unfall verursacht zu haben. Dabei haben die Betroffenen keine Nachteile zu befürchten, wenn sie uns die erbetenen Auskünfte geben. Ein sorgfältig ausgefüllter Unfallfragebogen erspart den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den Mitgliedern und uns unnötige Rückfragen. Denn ohne vollständige Informationen können wir nur schwer tätig werden.

Warum ist es so wichtig, dass Regress diese Informationen bekommt?

Wenn die Regressgruppen diese Informationen nicht bekommen, bleiben letztendlich die KVB und das BEV auf den Kosten sitzen, obwohl dafür eigentlich der Schädiger einzutreten hat.

Wie werden die Ersatzansprüche geprüft?

Wichtigste Informationsquelle ist natürlich der Unfallfragebogen. Gibt es darin Anhaltspunkte für eine Fremdbeteiligung, werden durch die Regressmitarbeiterinnen und Regressmitarbeiter Ermittlungen eingeleitet.

Wo liegt der Schwerpunkt der Schadensersatzansprüche?

Klassisch ist der Verkehrsunfall. Etwa 300.000 Menschen verunglücken jährlich im Straßenverkehr. Unfälle in anderen Lebenssituationen, etwa in Senioreneinrichtungen oder im eigenen Haushalt, sind ebenso Bestandteil unserer Ermittlungen. Für das BEV häufen sich Dienstunfälle von Triebfahrzeugführern, die von Suizid-Fällen im Gleisbereich betroffen sind. Aber auch tätliche Angriffe auf Bahn Bedienstete häufen sich.

Wie entwickelt sich die Einnahmeseite?

Wir sind natürlich daran interessiert, im Sinne der KVB Mitglieder und des Steuerzahlers, uns zustehende Regressforderungen möglichst vollständig einzutreiben. Mit Blick auf das Vorjahr konnten die Regresseinnahmen für die KVB um 3 % leicht gesteigert werden. Die Regresseinnahmen für das BEV hingegen wurden um 25% erhöht. Insgesamt konnten im Jahre 2017 für die KVB etwa 3,3 Millionen Euro, für das BEV 5,8 Millionen Euro auf der Einnahmeseite verbucht werden. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Regress haben hierzu beigetragen, dafür ganz besonderen Dank.

Wie können diese guten Ergebnisse auch in Zukunft erzielt werden?

Zurückgehende Verkehrsunfallzahlen und der Rückgang beim Mitgliederbestand der KVB erfordern mehr Sensibilisierung für dieses Thema. Dieser Artikel ist sicher auch ein kleiner Baustein auf diesem Weg. Wir wollen das Meldeverfahren bei Unfällen vereinfachen und denken intensiv über schlankere und effizientere Entscheidungswege nach. Denkbar wäre es auch, künftig unseren Mitgliedern mit fachlicher Beratung in diesen Angelegenheiten intensiver hilfreich zur Seite zu stehen.

Was können die Mitglieder, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dazu beitragen?

Wie gesagt: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter helfen uns, indem sie die Regressgruppen zeitnah informieren, einen Unfallfragebogen, der alle wichtigen Angaben zum Unfallgeschehen enthält, möglichst vollständig ausfüllen. Natürlich ist auch eine telefonische Unterrichtung der Regressgruppe möglich. Eine zeitnahe Meldung eines Unfalles ist für uns ebenso wichtig. Wird der Schadensfall erst sehr spät gemeldet, können wichtige Informationen für die Regressbearbeitung verloren gehen.